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Malawi 2 - Nördlicher Malawi-See, Chintheche Inn
Posted on: Thursday, February 06, 2014
Blog Category: 'Malawi General'

Svenja Penzel is both a travel writer and a travel expert, running the German Tour Operator Outback Africa. She describes in her own words her visit to the Northern Part of Lake Malawi, and her stay at Chintheche Inn.

Die M5, auch Lakeside Road genannt, ist gut in Schuss und wenig befahren. Wir sind unterwegs nach Norden und kommen gut voran. Immer wieder taucht zur rechten Seite der tiefblaue Malawi-See auf. Die Regenzeit ist vorbei, die Felder sind schon wieder gelb, aber die Bäume sind noch schön grün. Juni, Juli und August sind die kühlsten Monate in Malawi. Wir haben etwa 25 Grad, sehr angenehm.

Abasi fährt zügig und doch besonnen. Er erzählt nicht viel unterwegs, gibt mir aber gern Antwort auf meine vielen Fragen. Wir kommen durch kleine und größere Dörfer, Händler stehen am Straßenrand, viele Fußgänger und Fahrradfahrer sind unterwegs und teilen sich die Straße mit den Autos. Dazwischen Reisfelder, Maisfelder, Zuckerrohr-Anbau und nach Norden hin zunehmend Cassava-Pflanzungen. Dazwischen immer wieder die typischen kleinen Häuser aus roten Lehmziegeln mit Grasdach, die etwas besseren haben ein Blechdach. An den Flüssen waschen die Menschen sich selbst und ihre Kleidung. Junge Frauen, beinahe selbst noch Kinder, mit Babys im Tragetuch auf dem Rücken. Malawi ist dicht besiedelt, etwa 14 Millionen Menschen leben in diesem kleinen Land. Vielerorts sind die großen Bäume verschwunden, denn die Menschen brauchen Brennholz und Baumaterial. Der Norden des Landes ist aber noch deutlich dichter bewaldet als der zentrale und südliche Teil.
 

Abasi biegt von der Hauptstraße ab. Nach wenigen Minuten erreichen wir das Chintheche Inn. Fröhlich begrüßen mich die Manager Donna und Steven. Bei einem Eistee erhalte ich ein Briefing. Die kleine Mittelklasse-Lodge wird von Wilderness Safaris geleitet. Wilderness betreibt nicht nur die Lodge, sondern auch eine ganze Reihe sozialer Projekte für die Menschen in der Umgebung.

Hinter der kurz geschnittenen Rasenfläche beginnt schon der Strand, dahinter leuchtet das Wasser. Der gepflasterte Weg zu meinem Zimmer ist kurz. Es ist das erste in der Bungalow-Reihe, zehn gibt es insgesamt. Viel Platz bietet es nicht, aber alles, was man braucht, in schönen Farben und gemütlich eingerichtet. Das kleine Bad ist zweckmäßig mit Dusche, Waschbecken und Toilette ausgestattet. Alles ist nicht mehr taufrisch, aber sauber und ordentlich. Das Schönste ist der Blick nach draußen. Die gesamte Front zum See hin ist aus Glas, durch die Terrassentür kann man direkt zum Strand gehen.

 

Der Sand ist geharkt, überall gibt es schattige Plätze durch hohe Bäume und Sonnenschirme. Liegen stehen dort bereit. Der breite Strand fällt flach zum Wasser ab, im Uferbereich wechseln sich kleine Felsen mit feinsandigen Stellen ab. Das Chintheche Inn wirbt mit dem Slogan “Probably the best beach in Malawi”. Die Wellen schlagen an den Strand, man könnte meinen, man sei am Meer. Der See ist hier bilharziosefrei, das Wasser wird halbjährlich getestet. Gern hätte ich erst einmal ausgiebig gebadet, doch meine Nachmittagstour steht schon kurz bevor.

Zum Abendessen sitzen wir draußen auf dem Rasen vor dem Restaurant. Es ist schon seit einer Stunde dunkel, und es ist kalt. Ich trage zwei Fleece-Jacken und hole mir später noch eine Decke aus meinem Zimmer, die ich über die Beine lege. Ich kann aus einer Menükarte wählen und nehme als Hauptgericht den Chambo, fangfrischen Fisch aus dem Malawi-See. Er schmeckt ausgezeichnet, und auch die Mousse au Chocolat zum Dessert ist sehr gut. Nick, ein Ornithologe aus England, wohnt für ein paar Monate im Chintheche Inn und erstellt ein Vogelbuch über die Gegend. Er lädt mich auf ein Glas Wein ein. Unsere Blicke schweifen zum grandiosen Sternenhimmel. Und wie wir so über die Sternbilder philosophieren, springt er auf und kommt mit iPad samt Laserpointer zurück. Er hält das iPad in den Himmel und bekommt angezeigt, wie die Sterne heißen und zu welchen Sternbildern sie gehören. Das muss ich mir auch besorgen! Doch bald wird es mir wirklich zu kalt, und ich ziehe mich auf mein Zimmer zurück. Das Rauschen der Wellen begleitet mich sanft in den Schlaf.

Mein Wecker reißt mich viel zu früh wieder raus. Ich muss erst kurz überlegen, wo ich bin, dann setzt die Erinnerung wieder ein. Richtig! Malawi-See! Sonnenaufgang überm See! Ich renne zum Fenster, ziehe die Vorhänge auf. Es dämmert schon, und der Horizont ist tiefrot. Schnell ins Bad und dann in die Klamotten, Kamera geschnappt und raus. Gerade noch rechtzeitig. Während ich zum Wasser laufe, taucht der obere Rand der Sonne aus der Wolkenbank über dem Meer auf. Die nächste Viertelstunde sitze und staune ich. Der Himmel und die Lichtstimmung ändern sich von Minute zu Minute. Ein einsamer Fischer fährt wie bestellt genau durch den Sonnenfleck auf dem Wasser. Es ist noch ganz ruhig, ich bin die einzige am Strand. Ein schöner und doch kurzer Moment. Die Sonne steigt höher, und die Magie verschwindet. Beim Frühstück um sieben ist es schon so warm, dass ich die Jacke ausziehen kann.
 

Bevor es wieder auf die Straße und weiter zum nächsten Ziel geht, treffe ich noch Master, den Gärtner oder besser den Chef der Baumschule. Gleich hinter der Lodge hat er sein Areal, auf dem er mit seinem Team unter einem Schattendach Hunderte von Plastikschläuchen mit einer speziell gemischten Erde füllt. Dort hinein kommen später die gekeimten Baumsamen. Wenn sie etwa handhoch gewachsen sind, können sie an die Dörfer verteilt werden. Master ist eine Schlüsselfigur in diesem “Tree Nursery” Projekt. Er arbeitet eng mit den Chiefs und Ältesten der Dörfer zusammen, sensibilisiert bei seinen Besuchen vor allem die Jugend und lässt die Menschen verstehen, wie dringend und wichtig es ist, neue Bäume zu pflanzen, zu hegen und zu schützen. Nur so steht auch künftigen Generationen wieder genug Brennholz und Bauholz zur Verfügung. Obstbäume haben darüber hinaus den Vorteil, dass die Dorfbewohner das Obst nicht nur essen, sondern auch gewinnbringend verkaufen können. Ein kleines Museum zeigt eindrucksvoll die Fortschritte und Erfolge dieses von Wilderness auf den Weg gebrachten Projekts. Mir imponiert die Arbeit, und aus Masters leuchtenden Augen spricht seine eigene Begeisterung für sein Schaffen. 

Was kann man noch tun bei einem Aufenthalt im Chintheche Inn? Ein Mountainbike ausleihen, die alte Missionsstation Bandawe besuchen, mit einem Fischerboot oder Motorboot auf den See hinaus fahren, im See oder im Pool baden oder Kanu fahren. Tauchen und anderer Wassersport wird am Kande Beach zehn Fahrminuten weiter südlich angeboten. Ebenfalls in Kande gibt es auch einen Reiterhof. Für Groß und Klein, Anfänger und Fortgeschrittene werden hier verschiedene Pakete aus “Reiten, Strand und Baden” geschnürt. Die Transfers arrangiert das Chintheche Inn.

Mein Fazit: eine angenehme kleine und sehr persönlich geführte Lodge mit Charme. Wer sich auf die etwas einfachere Art der Unterkunft einstellt und sich auch für die Umgebung und die dort lebenden Menschen interessiert, wird mit tollen Erlebnissen belohnt, die ans Herz gehen. Ich wäre gern länger geblieben. 

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